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siemers extrapolating twitter, innenraumangst and all of the rest.
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self portrait may 2010 (eine von drei versionen) (eine andere als die anderen) (anderer als die anderen)
woody woodpecker und zehn versionen von 52nd street gleichzeitig.
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Der Ablativ hat ein weites Funktionsspektrum, seine üblichen Funktionen sind Trennung ("von ... her"), Mittel oder Werkzeug ("mit Hilfe von"), Begleitung ("in Begleitung von"), Ortsangabe ("in, an, auf") und einige andere Funktionen.
- Ablativus instrumentalis (Wodurch? Womit?): Mit dem Ablativus instrumentalis wird das Gebrauchsmittel genannt. Es wird im einfachen Ablativ geschrieben. Übersetzt wird er mit den Präpositionen 'mit' oder 'durch' - Beispiel: Gladiator gladio pugnat. - Der Gladiator kämpft mit einem Schwert.
- Ablativus sociativus: drückt Gemeinschaft aus (sociativus < sociare - verbinden) - Beispiel:
Dominus vobiscum! - Der Herr sei mit euch!- Ablativus modi (Wie? Auf welche Art und Weise?): Der Ablativus modi drückt die Art und Weise oder auch die Begleitumstände unter welchen etwas geschieht aus - Beispiel: Ea amicitiam cum diligentia colet. - Sie pflegt die Freundschaft mit Sorgfalt.
- Ablativus mensurae: wird bei einem Vergleich das Maß / die Menge ausgedrückt, um welches sich jemand oder etwas unterscheidet - Beispiel: Sol multis partibus maior est terra. - Die Sonne ist viel größer als die Erde.
- Ablativus limitationis (in welcher Hinsicht? inwiefern?): Der Ablativus limitationis schränkt eine Aussage/einen Sachverhalt d.h. ein allgemeiner Begriff wird durch ihn näher bestimmt - Beispiel:
Graeci doctissimi litteris erant. - Die Griechen waren in den Wissenschaften sehr gebildet.- Ablativus originis: Ablativ der Herkunft (aus was für einer Familie?) - Beispiel:
L. Catilina nobili genere natus est. - Lucius Catilina stammte aus einer Adelsfamilie.- Ablativus separativus: Ablativ des Ausgangspunktes und der Trennung (Woher? Wovon?) - Beispiel: Roma profectus est. - Er ist aus Rom abgereist.
- Ablativus auctoris: Ablativ des logischen Subjekts beim Passiv (Von wem?) - Beispiel: Cantare doctus est a Dionysio. - Er wurde von Dionysios im Gesang ausgebildet.
- Ablativus comparationis: Ablativ des Vergleichs beim Komparativ (Als wer/was?) - Beispiel:
Matre pulchra filia pulchrior! - Tochter, schöner noch als ihre schöne Mutter.- Ablativus thematis: Ablativ des Themas (worüber?) [Oft Verwendung bei Überschriften] - Beispiel: De bello Gallico - Der Gallische Krieg
- Ablativus locativus: (auch Ablativus loci) Ablativ des Ortes (Wo?) - Beispiel: Est modus in rebus. - Es gibt ein Maß in den Dingen.
- Ablativus temporalis: Ablativ der Zeit (Wann? In welcher Zeitspanne?) - Beispiel: Illo tempore exiit edictum a Caesare Augusto. - In jener Zeit ging ein Gebot von Kaiser Augustus aus.
- Ablativus qualitatis: Ablativ der Eigenschaft (Von welcher Art? Was für ein?) - Beispiel:Catilina fuit magna vi animi et corporis. - Catilina besaß große Geistes- und Körperkraft.
- Ablativus causae: Ablativ des Grundes (Warum?) - Beispiel: Principibus metu, non pudore parent. - Sie gehorchen ihren Fürsten aus Furcht, nicht aus Ehrfurcht.
- Ablativus pretii: Ablativ der Preisangabe (Für wieviel?) - Beispiel: Emisti grandi pecunia. - Du hast es für viel Geld gekauft.
- Ablativus absolutus: „los gelöster“ Ablativ: eine Nebensatz-Konstruktion
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Humboldts Erbe
JUNGE UTOPIEN (V) An Arbeit mangelt es nicht, nur an angemessener Entlohnung. Mehr Halbtagsjobs und ein Grundeinkommen würden das Problem lösen
Als Alexander von Humboldt 1859 starb, war er zwar weltberühmt, aber auch völlig verarmt und hoch verschuldet. Der Mann, der heute als letzter Universalgelehrte und Vater der modernen Geografie und Klimaforschung gilt, konnte sich seine Expeditionen und deren jahrzehntelange Evaluation überhaupt nur leisten, weil er noch etwas anderes war: Erbe.
Was hat das mit uns zu tun und der Arbeitswelt, in der wir leben? Viel, wenn ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umsehe. Ich kenne Menschen, die Kranke und Alte pflegen; die renommierte Musik machen und damit Clubs füllen; Menschen, die kluge Theaterstücke und Hörspiele schreiben; die Adressen in Datenbanken eingeben; wieder andere, die einen Schafbauernhof führen und Biokäse herstellen. So unterschiedlich ihre Arbeit ist - was diese Menschen verbindet, ist, dass sie alle verdammt wenig Geld verdienen.
Menschen, die trotz Arbeit kaum über die Runden kommen, weil ihr Einkommen kaum zum Leben reicht, nennt man "Working Poor" oder "Prekariat". Ursprünglich waren damit ungelernte Arbeiter, Putzhilfen oder die Kassiererin im Supermarkt gemeint. Doch durch die wachsende Zahl arbeitsloser Akademiker und Menschen, die trotz guter Ausbildung in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen oder ewigen Praktika herumdümpeln, hat sich der Kreis ausgeweitet.
Boheme ohne Kühlschrank
Einigen ist die Art ihrer Arbeit wichtiger als die Höhe der Entlohnung, manche verklären ihren Lebensstil gar zur "digitalen Boheme". Andere wiederum stellen gar keine allzu großen Ansprüche an ein erfülltes Arbeitsleben und geben sich mit einem minimalen Gehalt zufrieden. Allen gemein ist, dass sie sich auf einem niedrigen finanziellen Niveau irgendwie eingerichtet haben. Ohne Altersvorsorge natürlich, und der Kühlschrank darf bitte auch nicht kaputtgehen.
Auch ich gehöre zu dieser Gruppe. "Wenn ich nicht arbeite, arbeite ich an etwas anderem", um es mit den Worten des Gesellschaftstheoretikers Niklas Luhmann zu sagen. Ich bin immer beschäftigt, und das Geld reicht gerade eben so. Jedenfalls fast.
Ich wünsche mir eine Arbeitswelt, in der Geld keine Rolle spielt, weil alle genug zum Leben haben und sich keiner dafür verkaufen muss. Eine, in der es genügend gute Arbeit gibt. Wie das funktionieren soll? Durch Halbtagsjobs oder ein bedingungsloses Grundeinkommen, zum Beispiel. Dazu müsste man sich erst einmal vom Mythos der Vollbeschäftigung verabschieden. (Adieu!) Und von dem Gedanken, dass nur derjenige etwas wert ist, der viel arbeitet und viel verdient. (Tschüss!) Was ist das überhaupt für ein Wort: "verdienen"? Verdient ein Investmentbanker mehr als eine Erzieherin in der Kita? Finanziell: ja. Gesellschaftlich gesehen: eher nein.
Mehr Zeit durch Halbtagsjobs
Ich glaube, diese Gesellschaft wäre eine glücklichere, würde es mehr halbe Stellen geben. Durch Halbtagsjobs hätten mehr Menschen Arbeit und würden ihr eigenes Geld verdienen. Dadurch würde ihr Selbstwertgefühl steigen und auch die Zufriedenheit. Mehr Menschen hätten dadurch außerdem mehr Zeit zur Verfügung: Zeit für Hobbys, für ehrenamtliches Engagement, für ihre Familien. Für Konsum. Aber klar: Manche hätten dadurch auch weniger Geld.
Ein bedingungsloses Grundeinkommen, wie es etwa Werner Götz, der Chef der Drogeriekette dm, fordert, könnte dieses Problem lösen. Auch ich glaube, wie er, an die Kreativität der Menschen. Ich glaube, dass niemand ernsthaft nicht arbeiten möchte. Ich bin der Meinung, dass jeder etwas Sinnvolles mit seinem Leben anfangen will. Und ich denke nicht, dass eine finanzielle Grundsicherung Trägheit fördert. Im Gegenteil: Ich kann mir vorstellen, dass sich durch ein Grundeinkommen die Arbeitsbedingungen in vielen Jobs verbessern würden, ja sogar müssten. Weil niemand mehr auf unterbezahlte Arbeit zu miesen Bedingungen angewiesen wäre.
Schluss mit der Hausfrauenehe
Natürlich dürften diejenigen, die Lust auf eine 60-Stunden-Woche haben und denen ein Gehalt von 6.000 Euro netto wichtig ist, auch weiterhin so viel ackern. Doch sollten jene, die ebenso viel arbeiten, aber eher 6.000 Euro im Jahr nach Hause bringen, nicht auf Sozialleistungen angewiesen sein. Jeder Mann und jede Frau sollte seine Würde behalten können.
Dringend brauchen wie auch eine echte Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Berufsleben. Wir schreiben das Jahr 2010. Doch noch immer gibt es verschiedene Mechanismen, die die sogenannte "Hausfrauenehe" belohnen und eine gleichberechtigte Partnerschaft bestrafen.
Dass diese Regierung über ein "Betreuungsgeld" für Eltern diskutiert, die ihr Kind nicht in eine Kita gehen lassen, ist deshalb absurd. So absurd wie das Ehegattensplitting, bei dem jenes Ehepaar, bei dem Mann und Frau gleich viel verdienen, steuerlich am schlechtesten dasteht. Oder eine Familienversicherung bei der Krankenkasse, die nur für Paare infrage kommt, bei denen einer der Partner praktisch nichts verdient. Warum haben Kitas immer noch Öffnungszeiten, die von der Nichterwerbstätigkeit eines Elternteils ausgehen? Warum gibt es keine flächendeckende, günstige Kinderbetreuung für unter Dreijährige? Warum verdienen deutsche Frauen noch immer deutlich weniger als Männer? Und warum werden männliche Politiker, die nur sechs Wochen Elternzeit nehmen, nicht dafür ausgelacht, weil das lächerlich wenig ist? Weil wir uns noch immer nicht vom Deutsche-Mutter-Mythos verabschiedet haben. (Get lost!)
Alexander von Humboldt konnte sein Lebenswerk vollbringen, weil er ein Mann war und über eine Grundsicherung verfügte - weil er durch sein Erbe eben von Geburt an privilegiert war. In meiner idealen Arbeitswelt sind wir alle privilegiert. Privilegiert, das zu arbeiten, was wir können und möchten. Gleichberechtigt und zu humanen Bedingungen. Das ist meine Utopie von der Arbeitswelt. Und sie könnte sogar funktionieren.
KIRSTEN REINHARDT
Kirsten Reinhardt
32, arbeitet überaus gern. Zurzeit ist sie drei Tage in der Woche in der Online-Redaktion der taz und in der restlichen Zeit zu Hause am Schreibtisch beschäftigt.
kirsten reinhardt in der taz vom 23.04.2010
eine bescheuerte überschrift: ein liebevoller artikel.
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Synergie
22. April 2010Bedeutet ‚Zusammenarbeit, Mitarbeit, Hilfe‘ (griechisch: συνεργία). Zusammenarbeiten kann jeder, das ist banal. Wer heute auftrumpfen will, spricht bei diesem Thema mindestens von Synergie, besser noch von Synergieeffekt oder gar Synergismus. Merke, wer wichtig tun will, kann alles substantivieren, am besten noch auf Griechisch. Und wer das toppen (den Gipfel also gipfeln) will, der wurstet noch einen unsinnigen Plural hinein: Die Zusammenarbeiten? Nein, die S.-n Toll. Und das noch viel Tollere ist (die Rhetorik nennt das Hyperbel, also Übertreibung, denn was kann toller als toll sein?), dass sich dahinter nicht etwa die oben genannte Zusammenarbeit verbirgt, sondern die Einsparung, Streichung, Kürzung. S. bedeutet also, so prima zusammenzuarbeiten, dass man eine von beiden Seiten hinterher gar nicht mehr braucht.
auch der seltsame plural "bedarfe" wird neuerdings im amt gerne benutzt. und dass die "reform" früher mal tatsächlich eine verbesserung war, eine hinwendung zum gutenschönenwahren, ist inzwischen ob der "optimierung" der "prozesse" fast schon vergessen: inzwischen sind reformen fast immer lebensbedrohlich. solches und ähnliches liest man auf neusprech.org; i miniluv it.
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